Affiliate Marketing für Anfänger: So funktioniert es wirklich

Vielleicht hast du schon einmal ein Produkt weiterempfohlen, von dem du selbst überzeugt warst. Eine Freundin fragt dich nach deinen Kopfhörern, jemand möchte wissen, welche Küchenmaschine du benutzt oder wo du ein bestimmtes Produkt gekauft hast. Du schickst den Link – und damit ist die Sache normalerweise erledigt.
Beim Affiliate Marketing funktioniert eine Empfehlung ganz ähnlich. Der entscheidende Unterschied: Du verwendest einen speziellen Affiliate-Link. Kommt über diesen Link beispielsweise ein qualifizierter Kauf zustande, kannst du dafür eine Provision erhalten.
Genau das macht Affiliate Marketing für viele interessant, die sich online etwas aufbauen möchten. Du musst nicht unbedingt ein eigenes Produkt entwickeln, einen Onlineshop führen oder selbst Pakete verschicken. Stattdessen kannst du Produkte oder Angebote anderer Unternehmen empfehlen.
Ganz so einfach wie „Link posten und Geld verdienen“ ist es allerdings nicht.
Deshalb schauen wir uns Affiliate Marketing in diesem Artikel ganz von vorne an: Was bedeutet Affiliate Marketing überhaupt? Wie entstehen Provisionen? Welche Partnerprogramme gibt es? Brauchst du dafür Tausende Follower? Und funktioniert Affiliate Marketing auch, wenn du dich online nicht selbst zeigen möchtest?
Was ist Affiliate Marketing?
Affiliate Marketing ist vereinfacht gesagt Empfehlungsmarketing im Internet.
Ein Unternehmen bietet ein Produkt oder eine Dienstleistung an und stellt dafür ein Partnerprogramm zur Verfügung. Je nach Programm kannst du dich dort als Affiliate anmelden und erhältst anschließend einen individuellen Affiliate-Link.
Dieser Link sorgt dafür, dass deine Empfehlung dir zugeordnet werden kann.
Klickt jemand auf deinen Affiliate-Link und führt anschließend eine Aktion aus, für die das jeweilige Partnerprogramm eine Vergütung vorsieht, kannst du eine Provision erhalten. Häufig handelt es sich dabei um einen Kauf. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich jedoch je nach Anbieter und Partnerprogramm.
Dabei begegnen dir meistens drei Beteiligte:
Der Anbieter
Das Unternehmen oder die Person, die das Produkt beziehungsweise die Dienstleistung verkauft.
Der Affiliate
Die Person, die das Angebot empfiehlt und dafür einen persönlichen Affiliate-Link verwendet.
Der Kunde
Die Person, die deine Inhalte sieht, auf deine Empfehlung aufmerksam wird und möglicherweise über deinen Link kauft.
Du vermittelst also zwischen einem bestehenden Angebot und Menschen, für die dieses Angebot interessant sein könnte.
Wie funktioniert Affiliate Marketing?
Nehmen wir ein einfaches Beispiel.
Stell dir vor, du betreibst einen Blog über Reisen und schreibst einen Artikel darüber, welche Dinge du für eine längere Zugreise empfehlen würdest. Darin erwähnst du einen Rucksack, mit dem du selbst gute Erfahrungen gemacht hast.
Statt einfach nur einen normalen Link zum Produkt einzubauen, verwendest du deinen Affiliate-Link.
Eine Leserin findet deinen Artikel beispielsweise über Google oder Pinterest, klickt auf deine Empfehlung und kauft anschließend den Rucksack. Kann der Kauf nach den Bedingungen des Partnerprogramms deinem Affiliate-Link zugeordnet werden, erhältst du eine Provision.
Vereinfacht sieht der Weg so aus:

Wie hoch die Provision ausfällt und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, legt das jeweilige Partnerprogramm fest.
Affiliate Marketing ist nicht nur Amazon
Gerade am Anfang wird Affiliate Marketing häufig direkt mit Amazon verbunden. Das Amazon PartnerNet ist zwar ein bekanntes Beispiel, aber Affiliate Marketing ist viel größer als Amazon.
Es gibt Partnerprogramme für physische Produkte, digitale Produkte, Software, Dienstleistungen, Online-Kurse und viele weitere Angebote.
Ein bekanntes Beispiel ist das Amazon PartnerNet. Dort können unter anderem Content Creator, Publisher und Blogger Produkte über spezielle Partnerlinks empfehlen. Für qualifizierte Käufe bzw. Programme können Werbekostenerstattungen entstehen; die jeweiligen Konditionen unterscheiden sich unter anderem nach Produktkategorie.
Eine weitere Plattform ist Digistore24. Dort gibt es einen Affiliate-Marktplatz mit verschiedenen Angeboten, die Affiliates bewerben können. Dazu gehören beispielsweise digitale Produkte, Weiterbildungsangebote und weitere Produktarten.
Daneben gibt es zahlreiche Unternehmen, die eigene Partnerprogramme betreiben. In diesem Fall meldest du dich direkt beim jeweiligen Anbieter an.
Der wichtige Unterschied ist also:
Affiliate Marketing ist das Geschäftsmodell. Amazon, Digistore24 und andere Partnerprogramme sind Möglichkeiten, dieses Geschäftsmodell umzusetzen.
Was kann man als Affiliate empfehlen?
Die Auswahl ist wesentlich größer, als man zunächst vielleicht denkt.
Je nach Partnerprogramm kannst du beispielsweise physische Produkte, digitale Produkte, Online-Kurse, Software, Apps oder Dienstleistungen empfehlen.
Welche Produkte für dich sinnvoll sind, hängt stark davon ab, welche Inhalte du erstellst und welche Menschen du damit erreichen möchtest.
Und genau hier würde ich nicht einfach danach suchen, wo es die höchste Provision gibt.
Viel wichtiger ist die Frage:
Passt dieses Produkt wirklich zu meinem Content und zu den Menschen, die mir folgen oder meinen Blog lesen?
Wenn du einen Account über Gartenarbeit betreibst und plötzlich einen völlig themenfremden Online-Kurs bewirbst, nur weil die Provision hoch ist, dürfte deine Community wenig damit anfangen können.
Affiliate Marketing funktioniert meiner Meinung nach am sinnvollsten, wenn eine Empfehlung natürlich zum bestehenden Content passt.
Wo kann man Affiliate Links teilen?
Damit jemand auf einen Affiliate-Link klicken kann, brauchst du zunächst einen Ort, an dem Menschen deine Inhalte entdecken.
Das kann beispielsweise ein Blog, Instagram, Pinterest, YouTube oder ein Newsletter sein. Dabei solltest du immer prüfen, welche Kanäle das jeweilige Partnerprogramm erlaubt und welche Regeln die Plattform selbst für kommerzielle Inhalte vorgibt.
Ein Blog kann beispielsweise über Google gefunden werden. Pinterest kann wiederum Besucher auf passende Blogartikel bringen. Auf Instagram kannst du dir eine Community rund um ein bestimmtes Thema aufbauen.
Genau dieser Weg spielt bei mir selbst eine große Rolle.
Ich habe eine Instagram-Themenseite aufgebaut, ohne mein Gesicht zum Mittelpunkt meines Contents zu machen. Inzwischen folgen Gedankenflowera über 22.000 Menschen.
Wenn dich dieser Weg interessiert, kannst du hier weiterlesen:
→ Instagram ohne Gesicht: 7 Learnings nach 22.000 Followern
Hier deinen internen Link zum Beitrag setzen.
Wenn du erst einmal wissen möchtest, was eine Themenseite überhaupt ist und wie sie funktioniert:
→ Instagram Themenseite: Was ist das & wie funktioniert sie?
Brauche ich viele Follower für Affiliate Marketing?
Nein. Affiliate Marketing ist nicht grundsätzlich an eine bestimmte Anzahl von Followern gebunden.
Eine große Social-Media-Reichweite kann natürlich helfen, weil dadurch mehr Menschen deine Inhalte sehen können. Aber Social Media ist nicht die einzige Möglichkeit, Traffic aufzubauen.
Ein Blog kann Besucher über Google bekommen. Ein Pinterest-Pin kann Menschen auf einen passenden Blogartikel führen. Ein YouTube-Video kann über die Suche gefunden werden.
Deshalb finde ich eine andere Frage viel wichtiger als „Wie viele Follower brauche ich?“:
Erreiche ich Menschen, die sich wirklich für mein Thema und meine Empfehlungen interessieren?
Eine riesige Reichweite hilft wenig, wenn die Menschen mit deinen Empfehlungen nichts anfangen können. Eine kleinere, aber passende Zielgruppe kann dagegen wesentlich interessanter sein.
Wichtig ist allerdings: Einzelne Partnerprogramme können eigene Voraussetzungen für die Aufnahme haben. Dass Affiliate Marketing grundsätzlich auch mit kleiner Reichweite möglich ist, bedeutet nicht automatisch, dass dich jedes Partnerprogramm akzeptiert.
Kann Affiliate Marketing ohne Gesicht funktionieren?
Das ist wahrscheinlich besonders interessant, wenn du – genau wie ich – nicht unbedingt selbst vor der Kamera stehen möchtest.
Grundsätzlich kannst du Affiliate Marketing auch ohne Gesicht betreiben.
Ein Blog ist dafür ein gutes Beispiel. Du kannst hilfreiche Artikel schreiben, über Google oder Pinterest Besucher erreichen und darin passende Empfehlungen einbauen.
Eine weitere Möglichkeit sind Instagram-Themenseiten, bei denen ein bestimmtes Thema und nicht die Person hinter dem Account im Mittelpunkt steht.
Du brauchst also nicht zwangsläufig eine klassische Personal Brand.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Vertrauen unwichtig wird.
Auch wenn niemand dein Gesicht sieht, sollten deine Inhalte hilfreich sein und deine Empfehlungen nachvollziehbar wirken. Einfach möglichst viele Affiliate-Links zu verteilen, ohne den Menschen einen wirklichen Mehrwert zu bieten, ist für mich keine sinnvolle Strategie.
Welche Vorteile hat Affiliate Marketing?
Einer der größten Vorteile ist für mich, dass du nicht zwingend ein eigenes Produkt entwickeln musst.
Du musst nicht zuerst einen Online-Kurs aufnehmen, ein E-Book schreiben oder einen eigenen Onlineshop mit Produkten aufbauen, bevor du überhaupt starten kannst.
Auch um Herstellung, Lagerung oder Versand eines physischen Produkts kümmert sich normalerweise der Anbieter und nicht der Affiliate.
Außerdem lässt sich Affiliate Marketing mit unterschiedlichen Content-Kanälen verbinden. Ein hilfreicher Blogartikel kann beispielsweise langfristig über Google oder Pinterest gefunden werden und passende Produktempfehlungen enthalten.
Trotzdem bedeutet das nicht, dass du irgendwo einen Affiliate-Link platzierst und anschließend automatisch Geld verdienst.
Welche Nachteile hat Affiliate Marketing?
Affiliate Marketing hat auch Nachteile – und die sollte man kennen.
Ein wichtiger Punkt ist die Abhängigkeit von anderen Unternehmen. Partnerprogramme können ihre Konditionen verändern, Provisionen anpassen oder Programme einstellen.
Da du das Produkt nicht selbst besitzt, hast du außerdem weniger Einfluss auf Preis, Verkaufsseite, Versand oder Kundenerfahrung.
Und dann gibt es noch einen entscheidenden Punkt:
Du brauchst Menschen, die deine Inhalte überhaupt sehen.
Wenn niemand deinen Blog liest, deine Pins findet oder deinen Content sieht, kann auch niemand auf deine Empfehlungen aufmerksam werden.
Affiliate Marketing besteht deshalb nicht nur aus dem Affiliate-Link.
Ein großer Teil der Arbeit steckt darin, hilfreichen Content und Reichweite beziehungsweise Traffic aufzubauen.

Wie starte ich mit Affiliate Marketing als Anfänger?
Wenn du nach Affiliate Marketing für Anfänger suchst, wirst du wahrscheinlich ziemlich schnell mit unzähligen Strategien, Plattformen und Versprechen konfrontiert.
Ich würde es einfacher angehen.
1. Entscheide dich für ein Thema
Überlege dir zuerst, worüber du überhaupt Content erstellen möchtest. Ein Thema, mit dem du dich länger beschäftigen kannst, ist sinnvoller als eine Nische, die du ausschließlich wegen möglicher Provisionen auswählst.
2. Wähle deinen Content-Kanal
Blog, Instagram, Pinterest, YouTube – du musst nicht überall gleichzeitig anfangen.
Wähle zunächst einen Weg, der zu dir und deinem Alltag passt.
3. Baue hilfreichen Content auf
Bevor du überall Affiliate-Links verteilst, brauchen Menschen einen Grund, deine Inhalte überhaupt anzusehen oder zu lesen.
Beantworte Fragen, löse Probleme oder teile Erfahrungen.
4. Suche passende Partnerprogramme
Erst jetzt würde ich schauen, welche Produkte und Partnerprogramme wirklich zu deinem Thema passen.
Das kann Amazon sein, Digistore24 oder ein direktes Partnerprogramm eines Unternehmens.
5. Empfehle Produkte passend zu deinem Content
Ein Affiliate-Link sollte nicht der eigentliche Inhalt sein.
Er sollte eine sinnvolle Ergänzung zu deinem Content darstellen.
Wenn du beispielsweise einen ausführlichen Blogartikel über ein bestimmtes Problem schreibst und darin ein Produkt empfiehlst, das bei genau diesem Problem helfen kann, wirkt die Empfehlung wesentlich natürlicher.
Muss ich Affiliate Links kennzeichnen?
Affiliate-Links und andere kommerzielle Inhalte solltest du nicht verstecken.
Für dich als Affiliate ist es wichtig, die Vorgaben des jeweiligen Partnerprogramms sowie die für deinen Kanal geltenden rechtlichen Anforderungen zu beachten und Werbung transparent zu kennzeichnen.
Auch die konkreten Anforderungen können sich je nach Partnerprogramm unterscheiden. Deshalb solltest du die aktuellen Bedingungen eines Programms vor der Nutzung immer selbst prüfen.
Gerade bei Amazon gibt es beispielsweise eigene Vorgaben für Teilnehmer des Partnerprogramms. Darauf gehe ich in meinem separaten Amazon-Artikel ausführlicher ein.
Kann man mit Affiliate Marketing wirklich Geld verdienen?
Ja, mit Affiliate Marketing können Provisionen verdient werden. Genau darauf basiert das Modell.
Das bedeutet aber nicht, dass jeder automatisch damit verdient oder dass sich eine bestimmte Summe versprechen lässt.
Wie gut Affiliate Marketing funktioniert, hängt unter anderem von deinem Traffic, deiner Zielgruppe, deinen Inhalten, den empfohlenen Produkten, dem Partnerprogramm und der Kaufbereitschaft der Besucher ab.
Deshalb wäre ich bei Versprechen wie „Verdiene ganz einfach nebenbei Geld mit Affiliate Marketing“ vorsichtig.
Affiliate Marketing bietet eine Möglichkeit.
Ein garantiertes Einkommen ist es nicht.
Ist Affiliate Marketing für Anfänger geeignet?
Ich finde Affiliate Marketing gerade deshalb interessant, weil du nicht zwingend mit einem eigenen Produkt beginnen musst.
Du kannst zunächst Content zu einem Thema aufbauen und passende Produkte oder Angebote anderer Anbieter empfehlen.
Trotzdem würde ich Affiliate Marketing nicht als Abkürzung betrachten.
Du brauchst Content. Du brauchst Menschen, die diesen Content finden. Und du brauchst Vertrauen, damit aus einer Empfehlung möglicherweise irgendwann auch ein Kauf entsteht.
Für mich ist Affiliate Marketing deshalb vor allem eine von mehreren Möglichkeiten, sich online etwas aufzubauen.
Und genau das ist auch die Idee hinter Digitalflowera.
Vielleicht liegt dir Instagram. Vielleicht möchtest du lieber einen Blog aufbauen. Vielleicht wird Pinterest dein Ding. Vielleicht findest du Affiliate Marketing spannend – oder stellst irgendwann fest, dass ein ganz anderer Weg besser zu dir passt.
Nicht jeder Weg muss deiner sein.
Aber um herauszufinden, welcher zu dir passt, musst du zunächst wissen, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt.
Affiliate Marketing ist eine davon. 🤍
Du möchtest weitere Möglichkeiten entdecken, dir online etwas aufzubauen?